Es war einmal …

… vor, naja schon einiger Zeit eine hoffnungsvolle junge Akademikerin, die sich nach ihrem Magisterabschluss mutig aufmachte, die Welt der Geisteswissenschaftler zu erobern. Da sie ihrem Professor vertraute, der ihr prophezeite ohne eine Promotion als Kunsthistorikerin niemals auf irgendeinen finanziellen Zweig zu kommen, geschweige denn Karriere zu machen, begann sie ihre Dissertation. Nebenbei wurde fröhlich gejobbt, vorzugsweise in einem bekannten Oberbekleidungsgeschäft, dessen Buchstaben sich ziemlich weit vorne im Alphabet stehen. Gleichzeitig wollte sie auch etwas für ihren „echten“ Beruf tun und bewarb sich in einem Museum in der großen Stadt am Fluss um ein Praktikum. Aus dem Praktikum ergaben sich, mit zeitlichen Unterbrechungen, kleinere Werksverträge und die Kunsthistorikerin schöpfte Hoffnung, irgenwann einmal dort ganz arbeiten zu können. Die Jahre (schluck) gingen ins Land. Sie kündigte den Job im Kaufhaus, hatte ein kurzes Intermezzo bei einer Werbeagentur (gruselig!) und landete für den Broterweb schließlich in einem kleinen, aber feinen Auktionshaus. Mit der ersten lieben Plage war dann auch langsam der Traum von der Dissertation ausgeträumt (wahrscheinlich wird auf ihrem Grabstein irgendwann einmal der Vermerk stehen “ … sie hat es wirklich versucht…“) und auch der Job im Auktionshaus entwickelte sich nicht ganz so, wie gedacht. Da kam das Museum wieder ins Spiel und nach langer Planung (auch die zweite liebe Plage war mittlerweile auf der Welt, das nur, um eine zeitliche Dimension aufzuzeigen) und vielen zu überwindenden Hürden gab eines einen Stelle im Bereich der Öffentlichkeitesarbeit, die nun mit viel Elan von ihr betreut wurde. Spannung kam immer wieder ab dem drittel Viertel des Jahres auf, wenn es darum ging, ob sie einen Vertrag für das darauffolgende Jahr bekam. … Bekam sie, aber das O.K. kam immer erst Mitte Dezember. So viel zur „Planungssicherheit“. Auch aus finanziellen Gründen (da bin ich ehrlich) wurde die Idee der Kunstkurse für Kinder geboren. Sie arbeit gerne mit Kindern und auch das im Studium erlangte Wissen fand so noch Verwendung.  In den vergangenen Jahren hat sich dieses „Nebenbei-Geschäft“ so gut entwickelt und macht so viel (mehr) Freude, dass sie sich entschloss, auf das Museum zu pfeifen und volles Risiko zu spielen und nur noch „Frau Kunst“ zu sein.    

Heute hatte ich meinen offiziell letzten Arbeitstag … nach 15 Jahren (wenn man das Praktikum dazu rechnet). Ein wenig Wehmut kommt auf, ich denke einige Kollegen werden mich vermissen und ich sie. Aber ich bin auch stolz auf mich! Ich habe meinen Weg gefunden und wer weiss, was die Zukunft noch alles für mich bereit hält.

8 Antworten to “Es war einmal …”

  1. wortteufel Says:

    Liebe workingmum,

    erstmal ein ganz liebes nachträgliches, aber deshalb nicht weniger herzliches, GLÜCKWUNSCH!!!!! zu Deinem Geburtstag letzte Woche. Ich hoffe, Du hattest einen grandiosen Tag mit Deinen Lieben, einem leckeren Kuchen und viel Spaß. Hast einige hübsche Geschenke bekommen und fühlst Dich wieder ein Jahr jünger – und siehst sicher auch so aus.

    Es tut mir leid, dass ich es nicht pünktlich geschafft habe, zu gratulieren.

    Ich wünsche Dir von Herzen alles Liebe und Gute. Nicht nur wegen des Geburtstags, sondern auch – und vor allem – für Deine Zukunft in Sachen „nur“ selbstständig ohne die Sicherheit im Rücken. Ich bin fest davon überzeugt, dass du das wuppen wirst, dass Du das meisterst und dabei unglaublich erfolgreich sein wirst. Und, was noch wichtiger ist: Du wirst sehr, sehr, sehr viel Spaß und Freude aus Deiner Arbeit ziehen.

    (Und vielleicht, ganz vielleicht, steht ja irgendwann auf dem Grabstein: Und sie tat es doch noch – als Rentnerin😉 )

  2. workingmum Says:

    Danke liebe Wortteufelin! Das hilft!

    Die Geschenke waren in der Tat sehr fein und was das Aussehen betrifft – vielleicht kannst Du Dich ja mal wieder selbst davon überzeugen und es klappt bald mit einem Treffen … schließlich ist es ja „nur“ über den Berg🙂

  3. schlapunzel Says:

    Das finde ich grandios und ich kann nur gratulieren! Endlich angekommen zu sein und sich mit dem, was man macht wohl zu fühlen, ist sehr viel wert. Ich bin leider noch nicht an diesem Punkt…aber ich bewundere Menschen, wenn Sie das von sich sagen können🙂

  4. Frau Kathy Says:

    ich drücke dir fest die daumen!!!
    es wird bestimmt alles gut gehen, da bin ich sicher.

  5. jette Says:

    Allet Jute!!!!!!!

  6. evelyn74 Says:

    Auch von mir herzlichen Glückwunsch und alles Gute! Hoffe darauf, dass dieser Tag auch mal in meinem Kalender steht!! 😉 Toi, toi, toi!

  7. Christine Says:

    Liebe Workingmum,

    dein Werdegang erinnert mich schwer an den meinen. Nach meinem Studium der Literaturwissenschaft, einigen Praktika in verschiedenen Redaktionen und Verlagen und einem Volontariat bei einem Münchner Magazin Verlag, verschlug es mich ebenfalls als Texterin in die Werbung. Ein wirklich gruseliges Kapitel, da gebe ich dir Recht. Nun bin ich – zwei Jahre nach dem Studium – erneut etwas ratlos auf der Suche nach einem erträglichen Broterwerb. Mein Traum wäre es, Literaturkurse für Kinder zu geben. Deshalb wende ich mich auch ratsuchend an dich. Wie hat sich dein Gang in die Selbständigkeit vollzogen? Für ein paar gute Tipps wäre ich dir sehr verbunden.

    Merci🙂

    Verregnete, herbstliche Grüße,

    Christine

  8. workingmum Says:

    Ihr Lieben! Ert mal vielen Dank für die guten Wünsche, Ihr werdet garnicht darum herum kommen, mitzuerleben, wie es weitergeht😉 .

    @ Christine: Ein paar gute Tipps … das ist nicht leicht und nicht so auf die Schnelle zu beantworten, aber ich habe ja Deine Emailadresse und werde mich (ausführlich) bei Dir melden.

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