Zum dritten …

… Kind gäbe s viel zu sagen – oder wenig, je nach dem, wie man es betrachtet. Das ist mein Beitrag zu schwebenden Diskussion im „www“. Ich finde Frau Antonmanns Satz „mit dem Dritten sieht man besser“ wunderbar. Er hat sich in meinem Hirn festgesetzt und begleitet mich. tagtäglich. Ich dachte immer, zwei Kinder seien genau richtig, ein Junge und ein Mädchen (ganz klassisch), nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel. Wir bekamen zwei Jungs, wunderbare Kinder, mit Talenten und Macken ausgestattet, wie die meisten der lieben Plagen. Und es war mir genug … dachte ich. Denn ich ertappe mich oft bei einem merkwürdigen Gefühl, ein Gefühl, das mir sagt: „Es fehlt noch ´was , wir sind nicht komplett“. Es ist ein Gedanke, der mich ständig begleitet, mal lauter, mal leiser (sehr leise, wenn hier mal wieder die Bude Kopf steht und nichts läuft, wie geplant). Laut ausgesprochen habe ich ihn auch schon, diesen Gedanken. Die Reaktion des Liebsten holt meinen Kopf aus den rosaroten Wolken, er ist nicht komplett dagegen, doch seine Frage: „Wie stellst Du Dir das denn vor mit Deiner Arbeit, dem Platz in der Wohnung, unserem Finanzen?“ holt mich dann immer wieder auf den Boden der Realität. Gut, Platz ist in der kleinsten Hütte, das wäre eventuell sogar das kleinste Problem. Doch damit fängt ja eigentlich erst alles an. Was mache ich mit meiner Arbeit? Wer, wie ich, selbständig ist, weiß, als Freiberufler kann frau sich keine lange Auszeit gönnen und außerdem schläft die Konkurrenz nicht. Ich habe lange gebraucht, bis mein Geschäft so lief, wie es das jetzt tut. Ich bin dabei abhängig von vielen Faktoren: Würde ich nach einer gewissen Auszeit wieder genug Kinder für meine Kurse finden, wären die Eltern bereit zu einer, unbezahlten, Pause? Ich liebe meinen Job, ich habe ihn sozusagen auf mich maßgeschneidert. Bin ich egoistisch, weil ich ihn ungern aufgeben möchte? Oder bin ich egoistisch, weil ich trotzdem von einem dritten Kind träume? Mal abgesehen davon (selbst wenn es blöd klingt), ist es auch tatsächlich eine finanzielle Frage. Wahrscheinlich habe ich einfach zu viel Angst. Angst davor, dass es nicht gesund sein könnte, Angst vor dem Stress, den die Veränderung mit sich bringt, Angst vor der finanziellen Einschränkung … tja, eine vertrackte Situation, und jünger werde ich über dem ganzen Nachdenken auch nicht. Aber trotzdem ist diese Stimme in meinem Kopf, mal leiser …, mal lauter …! 

4 Antworten to “Zum dritten …”

  1. wortteufel Says:

    Schwierig. Vor allem, weil Du nicht mal deinem Herzen folgen kannst, denn da schlagen scheinbar zwei von😉

    Vielleicht solltet ihr nochmal zusammen darüber reden. In Ruhe. Dein Mann scheint diese Stimme nicht zu hören. Und wenn ihr nicht an einem Strang zieht, wäre es vielleicht wirklich keine so gute Idee. Was wäre denn für Eure Jungs das beste? Vielleicht hilft das bei der Entscheidung?

    Ganz hart formuliert: Du musst Dich für einen Traum entscheiden..🙂 Ich hoffe, Du schaffst das.

  2. workingmum Says:

    Nein, zu so einer Entscheidung gehören immer zwei! Den Jungs würde „so was kleines“ sicher nicht schaden. Ich glaube, für mich ist die Sache mit meinem Job der größte Knackpunkt (wenn wir uns dann sehen, erzähle ich mehr davon, dann kannst Du es sicher noch besser verstehen). Andererseits weiß ich aus eigener Erfahrung, dass sich selbst aus den schwierigsten Situationen für mich auch immer etwas positives entwickelt hat. Also, vielleicht sollte ich bzw. wir weniger rational an den Gedanken ran gehen … Aber, um Missverständissen vorzubeugen: Ich bin nicht unglücklich, so, wie es jetzt ist.

  3. Schlapunzel Says:

    Ich kenne diese Gedanken sehr gut…nur gehts bei uns nicht ums dritte Kind sondern um das zweite. Aber diese Stimme, die kenne ich, die flüstert mir auch immer mal wieder ins Ohr…
    So nach außen hin hab ich noch nichts entschieden, aber wenn ich ganz in mich hinein höre, weiß ich die Antwort eigentlich schon😉
    Wegen ihrem Job: warum sollten sie es nicht schaffen? Als Freiberufler sind sie wesentlich flexibler und diesen Vorteil würde ich auskosten. Sie haben das schon einmal zum Laufen gebracht, dann schaffen sie es auch wieder!

  4. wortteufel Says:

    Workingmum, Du kamst auch in keiner Weise unglücklich rüber🙂

    @ schlapunzel: Freiberufler sind eigentlich nicht flexibler. Vor allem dann nicht, wenn sie auf feste Zeiten angewiesen sind. Leider.

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