8 (acht)

Mein erstes Stöckchen – allerliebsten Dank, Frau Antonmann:

1. Ich bin ein Familienmensch, was nicht heißt, das ich mit allen Mitgliedern der selbigen (vor allem angeheirateten) gut klar komme. Der Gedanke, dass meine Eltern eines, noch hoffentlich fernen, Tages nicht mehr bei mir sind macht mich krank. Beim Gedanken, meinen Kindern könne etwas passieren, bleibt mir die Luft weg und eine plötzliche Leere macht sich in meinem Hirn breit (aber frau ist schließlich mit einen guten Verdrängungsmechanismus ausgestattet).

2. Einer meiner größten Fehler in der Vergangenheit war, meinen Aupair-Aufenthalt in einem Vorort von Seattle nicht um ein weiteres halbes Jahr zu verlängern, doch ich war einsam und hatte, trotz einer wunderbaren Gastfamilie (zu der ich tatsächlich nach 22 Jahren noch immer Kontakt hab´), schreckliches Heimweh. Wer weiß, was sonst aus mir geworden wäre.

3. Mein Studium habe ich mir durch harte Arbeit (jawohl!) bei einem großen Geschäft für Oberbekleidung finanziert. Durch „Clemens & August“ konnte ich, vor allem da ich gegen Ende am Kundendienst arbeitete, viel von und vor allem über Menschen lernen (z.B. höflich, aber bestimmt sagen: „Tut mir leid, ich weiß der Mittelball ist vorbei, aber das wunderbare Ballkleid, in welchem Sie 5 Stunden getanzt und dem entsprechend transpiriert haben, kann ich nicht umtauschen 🙂 ). Mann oh Mann, was man da verschauckelt werden sollte … Kleiderbügel drehe ich übrigens noch immer in Geschäft richtig rum, tja alte Gewohnheit wird man eben nicht los.

4. Ich bin ein Serienjunkie! Egal ob Kranken- oder Leichenschauhaus (CSI – ich bin schließlich nicht morbid), Sience-fiction oder Navy-Detektive – ich liebe sie. Sommerpausen und nicht angekündigte Wiederholungen („huch, die lebt ja wieder“) sind ein einziges Grauen für mich.

5. Mein Kopf behält vor allem „Trash“. Ich könnte, obwohl ich denke, mit einem ziemlich guten Allgemeinwissen ausgestattet zu sein, nicht alle (und ich meine alle) Bundesländer aufzählen. Aber wenn man mich fragt, wer in „Exodus“ (großartiger Film, übrigens und Paul Newmann …. hach) die weibliche Hauptrolle gespielt hat, weiss ich es gleich (Eva Maria Saint). Oder wenn Freunde sich an Filme, aber nicht an deren Titel erinnern, dann fragen sie mich. Ist das eine Fähigkeit, auf die frau stolz sein kann?

6. Manchmal träume ich von Auswandern, irgendwo noch einmal ganz von vorne anfangen. Für mich kämen da aber nur USA , Kanada, Australien oder Neuseeland in Frage. Warum? Weil ich nur englisch kann, fließend zwar, ich mir aber nicht vorstellen kann eine andere Sprache noch einmal von Grund auf zu lernen. Doch ich bin zu feige, kann mir nicht vorstellen ohne Familie (s. 1.) oder Freunde zu leben (o.k. letzteres findet man dann dort ja auch).

7. Ich wäre gerne kleiner. Dabei bin ich garnicht soooo groß (1,73cm). Warscheinlich kommt der Wunsch unterbewußt von meiner Tanzstundenzeit. Sollten dies Mädchen (oder deren Mütter) lesen: Niemals mit 16 in die Tanzstunde, wenn man damals schon über 1,70 cm ist. Die Jungs gingen mir bis ans Kinn, ich war dünn (auch heute noch nicht sehr viel dicker, naja, ein wenig, bei zwei Kindern) und mit nicht besonders viel Selbstbewußtsein ausgestattet. Ich fand keinen Tanzpartner für die Bälle und mußte mich mit „Hospitanten“ begnügen, für die meine Begleitung der freie Eintritt zum Ball bedeutete und die nach dem ersten Tanz spurlos verschwanden. Wahrscheinlich beschränken sich meine Tanzkünste deshalb auf Wiener Walzer und Cha-Cha-Cha (immerhin, die „Promenade“ krieg ich auch noch hin)

8. Ich lese viel, alles was kommt, querbeet, Historische Romane und Liebesschwarten, Krimis, alles – vorzugsweise spät abends auf der Toilette (um die Uhrzeit bin ich zumindest an diesem „Örtchen“ allein).

Das war doch nicht so schwer, wie ich dachte, hoffentlich nicht zu trivial, doch es sind tatsächlich acht Wahrheit über Workingmum!  Ach, beinahe hätte ich ´s vergessen: Stöckchen muss man doch weiterwerfen, gell? Doch an wen nur? Alle meine „Bekannten“ habe es schon bekommen, dann schmeiss ich es halt über den großen Teich – da, fang auf Frau M. in Amerika – und liebe Grüße

2 Antworten to “8 (acht)”

  1. einhakel Says:

    Liebe Frau workingmum, nun wollte ich Ihnen mein Stöckchen weiterwerfen, da hatten Sie es auch schon *grml*
    Aber danke für Ihren Besuch bei mir und die aufmunternden Worte! Woher kennen Sie die Marburger Oberstadt? Etwas hier studiert? Oder aus der Nähe?

    Zu Ihrem Stöckchen: Gedanken zu Auswandern und Trash kenne ich ZU gut, Gedanken zur Größe des Tanzpartners sind neu für mich, danke für die Anregung, werde zu gegebener Zeit meine potentielle Tochter erst messen, bevor ich sie anmelde.

    Ach, und ein verschwitztes Ballkleid umtauschen is ja sowas von eeeeeeeeklig. Wie kommen Leute auf solche Ideen? Will gar nicht wissen, wie viele von den umgetauschten Sachen schon getragen wurden *schüttel*

  2. workingmum Says:

    Marburg kenne ich ein wenig durch meinen Schwager, der kommt aus der Gegend und hat dort studiert. Und die „E-Kirche“ ist natürlich für jede Kunsthistorikerin ein Begriff 🙂

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