Momentaufnahme
Juni 30, 2007Heute mit der ganzen Familie in der Stadt zum Shoppen gewesen, der allerbeste Ehemann und Vater von allen brauchte für´s Geschäft einen neuen Anzug. Lief soweit ganz gut, bis folgende Szene in Gang kam: Die Jungs waren ziemlich aufgedreht, nervten mich (hab mir auch was geleistet) im Doppelpack in der winzig kleinen Umkleide (Spässcken hier und Spässcken da, das Übliche halt). Trotz mehrmaliger ausdrücklicher Aufforderung unsererseits, wieder etwas runter zu kommen und auf die anderen Kunden etwas Rücksicht zu nehmen, rannte T. kreischend über den Gang. Ich ihm hinterher und ihn mit meinem Katzenmuttergriff (fest, aber wohl gemerkt nicht zu fest, keine roten oder blauen Flecken oder Strangulationsmale hinterher sichtbar) eingefangen. Riesen Gebrüll, auf Kommando drehte sich alles um und ein knochiger älterer Herr fühlte sich bemüßigt auf meines Mannes Frage, was denn passiert sei, zu sagen: “Sie hat den Kleinen von hinter am Hals gewürgt, fest, diese Frau ist gefährlich, auf die müssen Sie aufpassen”. Mein Liebster schon etwas gereizt bemerkte, dass ich das sehr wohl selbst könne und alles in Ordnung sei. Der Mann brummelte noch etwas, dabei entging ihm, dass T. schon wieder am Lachen war und mein Schatz ging mit den Jungs nach draußen. Im ersten Moment war ich etwas perplex, dachte dann aber, eigentlich ganz aufmerksam von ihm, man weiß ja nie und es gibt ja schon ein paar Mütter, die Konflikt mit körperlicher Gewalt regeln (nur für´s Protokoll des WWW. : ICH TUE DAS ABER NICHT!!!). Bin also zu ihm hin (ich dumme Nuss) und habe ihn für seine Aufmerksamkeit loben wollen (vielleicht hat er das als Ironie aufgefasst?). Die Quittung war (Zitat): “Sie sind gefährlich, jawohl, und wenn Kinder so kaputt sind, liegt das immer an der Mutter” - Rauschte von dannen und ließ mich sprachlos zurück. Die tröstende Bemerkung eines anderen männlichen Kunden (auch etwas älter), der die Szene mitbekommen hatte und meinte, “Ob der jemals etwas mit Kindererziehung zu tun hatte”, und mich anlächelte konnte die Sache auch nicht mehr retten. Ich sitze hier, schreibe … und flenne (ein bißchen). Tja, mit persönlichen Angriffen kann man mich immer kriegen und ich frage mich (nicht unbedingt allen Ernstes, aber doch nachdenklich), ob ich nicht doch “gefährlich” bin - zumindest hin und wieder? Allerdings hat der knochige Herr Glück, dass er meinem Liebsten nicht noch über den Weg gelaufen ist, als der nämlich mein Gesicht sah, wollte er dem knochigen Herrn mal zeigen, wer in unserer Familie hier der “Gefährliche” ist.